Dienstag, 24. November 2009
Dienstagszeit ist Blogschreibzeit und deshalb kommt hier ein kleines Update from Europe Northeast. Ja, also an alle erstmal: Vielen Dank fuer alle Geburtstagsmails,-nachrichten,-SMS und Anrufe. Hat mich sehr gefreut, dass ihr mich doch alle nicht vergessen habt. Und meine Eltern erst recht nicht. Die haben mich nämlich letzte Woche zu meinem Geburtstag besucht und ich habe ihnen im Gegenzug mal eben kurz Litauen, bzw. das, was ich bisher von Litauen kenne, im Schnelldurchlauf gezeigt. Zu meinem Geburtstag.
Den habe ich irgendwie gar nicht mitbekommen. Morgens erstmal schön Brunchen mit Muttern und Vattern, dann zur Arbeit. Erst denke ich, dass sie meinen Geburtstag vergessen haben, dann stehen auf einmal doch alle Kids mit einem selbstgebastelten Plakat vor mir und singen mir ein "Su gimtadieniu'', also die litauische Variante von ''Happy birthday''. Ich belohne sie mit ein paar deutschen Kindergeburtstagsspielen. Topfschlagen finden solche
Kinder ja sowas von geil. Und erst Schokoladenessen. Da gehen die Kids völlig steil. Ich bekomme dann eher frei, weil das Zentrum aus Schweinegrippe-Gründen sowieso am Freitag früher schließt. Zur ''Kielauniu grippa'', also zur Schweinegrippe später noch mehr, das ist hier nämlich alles ein bisschen krass. Zurück zu meinem Geburtstag. Abends erstmal schön litauisch essen in Vilnius mit meinen Eltern und dann gehts auf in Katjas Wohnung. Da warten schon Kibras und Tomas (Monika aus Elektro-City nicht, die ist schweinegrippengeschädigt). Die zwei Jungs waren so gnädig und haben mir ein Geburtstagsbrot, jaja, keinen Kuchen gekauft und ich darf 20 Kerzen auspusten. Katja beschenkt mich auch ordentlich und dann sind da noch die vier anderen FÖJlerinnen, die fürs Wochenende aus Litauen/Nord bzw. Estland/Süd zu Besuch sind. Zu acht gehen wir erst mal in die Play-Bar und dann noch später in den Bix-Club, wo ich noch auf andere Freiwillige treffe. Ganz schön, aber auch ganz schön anders, den eigenen Geburtstag nicht im vertrauten Kreis, sondern mit quasi einem Haufen von fremden bzw. semi-fremden Menschen zu verbringen. Samstag und Sonntag zeige ich
meinen Eltern noch Trakai und
abends fahren wir ins Hotel
nach Kaunas, weil die Zwei am Sonntagmorgen schön früh fliegen. Ich kann euch sagen, dass es ziemlich lässig ist, nach zwei Monaten Freiwilligen-Wohnung-Leben in einem Luxus-Bett aufzuwachen und dann einen auf "Ich putze mir die Zähne auf dem Hotelbalkon mit Blick auf Kaunas'' zu machen. Ja, es war dann sowieso unklar, ob ich diese Woche überhaupt arbeiten muss, weil Elektro-City mittlerweile in Schweinegrippehausen umbenannt werden kann. In den Schulen, das ist wohl in ganz Litauen so, sind manchmal 50 Prozent der Kinder krank; alle Schulen, Kindergärten und u.a. auch mein Zentrum arbeiten diese Woche nicht und haben Quarantäne-mässig geschlossen. In Elektro-Ci....ääh, Schweinegrippenhausen laufen die Menschen auch echt mit Mundschutz durch die Gegend und auch wenn ich das manchmal ein bisschen affig finde und so weiter. Dieses Schweinegrippen-Dingen ist hier echt ein Epidemie. In Litauen gibt es den Impfstoff nicht. Deshalb haben die Menschen hier noch mehr Angst. Also mache ich mich am Montagmorgen wegen Schweinegrippen-Frei (früher war ich froh, wenn ich Schneefrei oder Schneechaosfrei hatte :-)), auf nach Vilnius. Hier bin ich seit gestern morgen und fotographiere ein bisschen in der Stadt, hab' mich mit neuem Malzeug eingedeckt und sitze quasi schon auf heißen Kohlen. Denn heute abend gehts ab nach Tallinn. Bis Sonntagabend also Estland, ich werde wohl auch noch 'nen Tag nach Helsinki mit der Fähre fahren und hoffentlich auch noch den großen Nationalpark besuchen können...
Dienstag, 17. November 2009
Zwei Wochen weiter...zwei Wochen mehr crazy Litauen mit einer ordentlichen Portion Arbeitsfrust und dann aber auch neuen Ideen.
Von meinen Aktivitaeten her waren die letzten 14 Tage eher ruhig, wenn auch trotzdem recht toll. Vor zwei Wochen ging es mit dem Zentrum in den Indianerpark. Kleine Zugabe von Petrus: Dicke Schneeflocken rieselten den ganzen Tag vom Himmel und wir standen mit einem Indianer im Nirgendwo von Litauen in seinem Doerfchen. Weil es so schoen schneite, gab's fuer die Kinder noch ne Runde Schlittenhundfahren zur Belohnung, die dieser Indianer irgendwie auch in seinem Doerfchen hatte. Die Illusion bei Kindern zu erwecken, dass Indianer Schlittenhund fahren erschien mir recht lustig und am Ende des Trips ins Nirgendwo durften wir Teacher bzw. ich Freiwillige auch noch ne Runde durch den Wald heizen mit diesen Schlittenhunden. Sehr geil. Als ich dann nach der Arbeit noch schnell in den Supermarkt gehuepft bin, hab ich mich die ganze Zeit gewundert, warum mich alle so doof angucken. Naja, wurde mir dann klar, als ich am Obstregal stand. Mein
ganzes Gesicht war naemlich noch
schoen mit Indianerfarben bemalt. Da haette ich wahrscheinlich auch so geguckt...
Das Wochenende verbrachten Katja und ich dann zum ersten Mal in Kaunas. Petrus meinte das Ganze nicht so gut mit uns und liess uns im Regen stehen. Was wirklich schade war, weil die Altstadt von Kaunas echt so ein kleiner Rohdiamant ist.
Dass wir Rohdiamanten in Sachen Backen sind, haben Katja, Kira (eine Freiwillige aus Vilnius) dann auch noch bewiesen. Getreu dem Motto:"Verbannt den Kuemmel aus litauischen Brote, weil er einfach nur aetzend ist" haben wir unser eigenes Brot gebacken. Hat sehr lange gedauert, aber nachts um halb eins konnt
en wir von unserem ersten selbst gebackenen Brot kosten. Endlich ohne Kuemmel...
Dann noch zum ersten Mal Chor, wo ich bisher nicht hinkonnte, weil nicht die richtige Lehrerin da war. Ich sing da also bei der Probe mit und mach schoen einen auf: Litauisch, kein Problem fuer mich. Danach will ich mir das Ganze natuerlich in der Messe anschauen. Hm. Doof nur, dass ich auf einmal im Chor in der Kirche sitze und dann einfach mitsinge. War wohl irgendwas ueber Jesus, aber ich habe mehr so die Toene gesummt, als irgendeinen vernuenftiges litauisches Wort gesungen. Schoen war es trotzdem...
Das vergangene Wochenende kann das als Gruendungswochenende der legendaeren "MERGAITES"-Runde bezeichnet werden. Wir Maedels, die wir in Vilnius alle EVS machen plus Elektro-City-Julia haben unseren kleinen eigenen Club gegruendet, die Mergaites, also "Maedels"-Runde naemlich und haben uns jetzt vorgenommen, uns oefters mal alle zusammen zu treffen und etwas Lustiges zu starten. Am Freitagabend endete das mit Gurkenmasken und Grey's Anatomy-gucken bis nachts um halb drei...Dann konnten Katja und ich auch zum ersten Mal mit den Elektro-City-Leuten in das Haus von Monikas und Kibras Grossvater. Das befindet sich ein bisschen ausserhalb von Elektro-City und ist so ein kleines Holzhaus, das die ganze Familie von innen und aussen so richtig geil renoviert hat...Sauna inklusive. Einfach nur sehr perfekt fuer einen entspannten Abend...
Entspannung und gute Laune hatte ich in den letzten zwei Wochen auch dringend noetig, weil bei der Arbeit Vieles ueberhaupt nicht geklappt hat. Meine Sport-AG hat nicht funktioniert und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man leider nicht mit allen Kindern etwas zusammen machen kann. Weil wegen diese Kinder sind in der grossen Gruppe einfach nur ein grosser Haufen von lauten, schwer kontrollierbaren kleinen Menschen, die einem den letzten Nerv rauben. Das hat mich ziemlich deprimiert und wir haben in einer Runde mit allen Sozialarbeiterinnen darueber geredet. Sie haben mir geraten, ab jetzt wirklich nur noch ein ganz paar Kinder auf einmal zu nehmen und mit ihnen etwas zu starten. Das habe ich dann auch die ganze letzte Woche gemacht und es hat wirklich besser geklappt. Wohl habe ich mich mit der ganzen Geschichte aber immer noch nicht gefuehlt, weil ich desoefteren einfach denke: Boah, das schockt hier alles nicht so. Nach einem Durchhaenger am Wochenende ist dann aber wieder meine "Okay, wenn das hier nicht toll ist, dann musst du halt was aendern"-Attituede in mir erstarkt und ich habe jetzt einen neuen Masterplan, den ich auch mit Agne, meiner Mentorin besprochen habe und den sie sehr gut fand. Erstens mache ich mit den Kindern eine Art Fotoprojekt, das sie Kids in ihrer Stadt zeigen soll. Das Ganze wird dann noch mit kleinen Texten von den Kindern ergaenzt, die sie dazu schreiben, was ihnen hier so gefaellt und was auch nicht. Dieses Projekt werde ich bis Ende meines Dienstes machen und es soll dann fuer immer daran erinnern, dass ich hier als Freiwillige war...
Dann gibt es ab jetzt ein Mal pro Woche den "Dienas su savanore", den Freiwilligen-Tag. Damit soll ein Kind, das sich in der Woche besonders gut benommen hat, belohnt werden. Es darf sich dann an einem Tag der Woche etwas Besonderes ausdenken, was es machen moechte und ich begleite das Kind dann dabei. Das kann sein, dass wir Zwei dann zusammen Schlittschuhlaufen gehen, kochen oder irgendwas anderes machen, am besten immer ausserhalb des Zentrums...
Und dann werde ich ab jetzt einen Tag pro Woche gar nicht mit den Kindern arbeiten, sondern an meinem eigenen Buch (haeh, haeh, Julia geht unter die Schriftsteller:-)). Das erstelle ich zum Thema EVS, also Europaeischer Freiwilligendienst hier im Zentrum und dazu kontaktiere ich ehemalige Freiwillige und befrage sie, bzw. schreibe so eine Art von kleinem Ratgeber fuer alle kommenden Freiwilligen hier, der ihnen helfen soll, hier das Bestmoegliche fuer sie herauszuholen. By the way ist das Ganze fuer mich ganz interessant, weil ich meine eigenen Erlebnisse und so weiter auch einfliessen lassen kann und fuer die Arbeiter hier ist es ganz toll mal zu sehen, was Freiwillige hier gut oder auch nicht so gut finden. Weil das eine ziemlich aufwendige Sachen werden wird, kriege ich einen kompletten Tag in der Woche fuer dieses Projekt frei und ich habe sehr, sehr viel Bock auf diese Arbeit... Und ich hoffe, dass mir ein bisschen von dem, was ich jetzt so vorhabe, gelingt...
So, das war jetzt hoffentlich nicht zu viel auf einmal. Morgen kommen dann meine Eltern fuer ein paar Tage (warum nur, warum nur, hat Julia etwa Geburtstag??) zu Besuch. Supi...
Von meinen Aktivitaeten her waren die letzten 14 Tage eher ruhig, wenn auch trotzdem recht toll. Vor zwei Wochen ging es mit dem Zentrum in den Indianerpark. Kleine Zugabe von Petrus: Dicke Schneeflocken rieselten den ganzen Tag vom Himmel und wir standen mit einem Indianer im Nirgendwo von Litauen in seinem Doerfchen. Weil es so schoen schneite, gab's fuer die Kinder noch ne Runde Schlittenhundfahren zur Belohnung, die dieser Indianer irgendwie auch in seinem Doerfchen hatte. Die Illusion bei Kindern zu erwecken, dass Indianer Schlittenhund fahren erschien mir recht lustig und am Ende des Trips ins Nirgendwo durften wir Teacher bzw. ich Freiwillige auch noch ne Runde durch den Wald heizen mit diesen Schlittenhunden. Sehr geil. Als ich dann nach der Arbeit noch schnell in den Supermarkt gehuepft bin, hab ich mich die ganze Zeit gewundert, warum mich alle so doof angucken. Naja, wurde mir dann klar, als ich am Obstregal stand. Mein
Das Wochenende verbrachten Katja und ich dann zum ersten Mal in Kaunas. Petrus meinte das Ganze nicht so gut mit uns und liess uns im Regen stehen. Was wirklich schade war, weil die Altstadt von Kaunas echt so ein kleiner Rohdiamant ist.
Dass wir Rohdiamanten in Sachen Backen sind, haben Katja, Kira (eine Freiwillige aus Vilnius) dann auch noch bewiesen. Getreu dem Motto:"Verbannt den Kuemmel aus litauischen Brote, weil er einfach nur aetzend ist" haben wir unser eigenes Brot gebacken. Hat sehr lange gedauert, aber nachts um halb eins konnt
Dann noch zum ersten Mal Chor, wo ich bisher nicht hinkonnte, weil nicht die richtige Lehrerin da war. Ich sing da also bei der Probe mit und mach schoen einen auf: Litauisch, kein Problem fuer mich. Danach will ich mir das Ganze natuerlich in der Messe anschauen. Hm. Doof nur, dass ich auf einmal im Chor in der Kirche sitze und dann einfach mitsinge. War wohl irgendwas ueber Jesus, aber ich habe mehr so die Toene gesummt, als irgendeinen vernuenftiges litauisches Wort gesungen. Schoen war es trotzdem...
Das vergangene Wochenende kann das als Gruendungswochenende der legendaeren "MERGAITES"-Runde bezeichnet werden. Wir Maedels, die wir in Vilnius alle EVS machen plus Elektro-City-Julia haben unseren kleinen eigenen Club gegruendet, die Mergaites, also "Maedels"-Runde naemlich und haben uns jetzt vorgenommen, uns oefters mal alle zusammen zu treffen und etwas Lustiges zu starten. Am Freitagabend endete das mit Gurkenmasken und Grey's Anatomy-gucken bis nachts um halb drei...Dann konnten Katja und ich auch zum ersten Mal mit den Elektro-City-Leuten in das Haus von Monikas und Kibras Grossvater. Das befindet sich ein bisschen ausserhalb von Elektro-City und ist so ein kleines Holzhaus, das die ganze Familie von innen und aussen so richtig geil renoviert hat...Sauna inklusive. Einfach nur sehr perfekt fuer einen entspannten Abend...
Entspannung und gute Laune hatte ich in den letzten zwei Wochen auch dringend noetig, weil bei der Arbeit Vieles ueberhaupt nicht geklappt hat. Meine Sport-AG hat nicht funktioniert und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass man leider nicht mit allen Kindern etwas zusammen machen kann. Weil wegen diese Kinder sind in der grossen Gruppe einfach nur ein grosser Haufen von lauten, schwer kontrollierbaren kleinen Menschen, die einem den letzten Nerv rauben. Das hat mich ziemlich deprimiert und wir haben in einer Runde mit allen Sozialarbeiterinnen darueber geredet. Sie haben mir geraten, ab jetzt wirklich nur noch ein ganz paar Kinder auf einmal zu nehmen und mit ihnen etwas zu starten. Das habe ich dann auch die ganze letzte Woche gemacht und es hat wirklich besser geklappt. Wohl habe ich mich mit der ganzen Geschichte aber immer noch nicht gefuehlt, weil ich desoefteren einfach denke: Boah, das schockt hier alles nicht so. Nach einem Durchhaenger am Wochenende ist dann aber wieder meine "Okay, wenn das hier nicht toll ist, dann musst du halt was aendern"-Attituede in mir erstarkt und ich habe jetzt einen neuen Masterplan, den ich auch mit Agne, meiner Mentorin besprochen habe und den sie sehr gut fand. Erstens mache ich mit den Kindern eine Art Fotoprojekt, das sie Kids in ihrer Stadt zeigen soll. Das Ganze wird dann noch mit kleinen Texten von den Kindern ergaenzt, die sie dazu schreiben, was ihnen hier so gefaellt und was auch nicht. Dieses Projekt werde ich bis Ende meines Dienstes machen und es soll dann fuer immer daran erinnern, dass ich hier als Freiwillige war...
Dann gibt es ab jetzt ein Mal pro Woche den "Dienas su savanore", den Freiwilligen-Tag. Damit soll ein Kind, das sich in der Woche besonders gut benommen hat, belohnt werden. Es darf sich dann an einem Tag der Woche etwas Besonderes ausdenken, was es machen moechte und ich begleite das Kind dann dabei. Das kann sein, dass wir Zwei dann zusammen Schlittschuhlaufen gehen, kochen oder irgendwas anderes machen, am besten immer ausserhalb des Zentrums...
Und dann werde ich ab jetzt einen Tag pro Woche gar nicht mit den Kindern arbeiten, sondern an meinem eigenen Buch (haeh, haeh, Julia geht unter die Schriftsteller:-)). Das erstelle ich zum Thema EVS, also Europaeischer Freiwilligendienst hier im Zentrum und dazu kontaktiere ich ehemalige Freiwillige und befrage sie, bzw. schreibe so eine Art von kleinem Ratgeber fuer alle kommenden Freiwilligen hier, der ihnen helfen soll, hier das Bestmoegliche fuer sie herauszuholen. By the way ist das Ganze fuer mich ganz interessant, weil ich meine eigenen Erlebnisse und so weiter auch einfliessen lassen kann und fuer die Arbeiter hier ist es ganz toll mal zu sehen, was Freiwillige hier gut oder auch nicht so gut finden. Weil das eine ziemlich aufwendige Sachen werden wird, kriege ich einen kompletten Tag in der Woche fuer dieses Projekt frei und ich habe sehr, sehr viel Bock auf diese Arbeit... Und ich hoffe, dass mir ein bisschen von dem, was ich jetzt so vorhabe, gelingt...
So, das war jetzt hoffentlich nicht zu viel auf einmal. Morgen kommen dann meine Eltern fuer ein paar Tage (warum nur, warum nur, hat Julia etwa Geburtstag??) zu Besuch. Supi...
Dienstag, 3. November 2009
Am Wochenende haben Katja und ich dann also auf den Lats gehauen (Achtung, Wortspiel :-)) und waren in Riga. Dazu waere es allerdings fast nicht gekommen, weil mein Bus von Elektro-City nach Vilnius erst mal in den Feierabendverkehr geraten ist und der ganze Bus in Vilnius auf mich warten musste...
Naja, angekommen in Riga ging es erstmal zu unserer Couchsurfing-Gelegenheit I
eva. Diese nette Dame liess uns ihrer Wohnung pennen und hat das ganze Wochenende lang gar nicht mehr aufgehoert, uns zu bekochen. Am Freitagabend gab es erstmal indische Suppe und lecker Fleisch und als wir am Samstagmorgen aufgestanden sind, stand das Fruehstueck schon parat. Sehr nett und obendrein konnte man sich mit Ieva auf Englisch auch noch sehr gut unterhalten.
Den Samstag verbringen wir dann in Riga-City. Jeder, der mal eine schoene nordosteuropaeische Stadt sehen moechte, sollte dahin. Auf der e
inen Seite gibt es das kleine, aber feine Vecriga (Riga Altstadt). Die Altstadt ist ja oefters mal das Kapital einer Stadt und dementsprechend auch schoen aufgehuebscht. Auf der anderen Seite kann man aber auch ueber den Centraltirgus (Zentralmarkt) schlendern und bei Frauen mit kleinen Kroenchen auf dem Kopf (das kommt noch aus Sowjetzeiten) den Wocheneinkauf oder was auch immer besorgen... Die Sonne scheint den ganzen Tag lang und erst als Katja und ich gegen Abend ins deutsch angehauchte Viertel Megaparks fahren, wird es auf einmal kalt. Und zwar so richtig. Und um fuenf Uhr steht dann auch schon der Mond am Himmel. Dafuer kriegen wir Zwei allerdings einen su
per Panoramablick auf den See im Naherholungsgebiet. Haette man wirklich ein Gemaelde von malen koennen, so schoen war das.
Abends kochen wir dann im Gegenzug fuer Ieva und machen uns spaeter auf in die Stadt. Es bleibt eher ruhig, was das Nachtleben angeht, weil Katja und mir das Depo, eine huebsche, alternative Kneipe am besten gefaellt...
Am Sonntagmorgen verabschieden wir uns von Ieva und machen uns auf nach Jurmala. Das ist der Touri-Ort, der sich nur 30 Minuten entfernt von Riga befindet und
an der Ostsee liegt. Im Sommer wird hier gebadet. An Allerheiligen spazieren hier Horden von russischen Oelscheichen (zumindestens sahen diese Menschen mit ihren Pelzen so aus) ueber den zugefrorenen Strand. Wir picknicken am Strand und haben mal wieder das grosse Los in Sachen Panorama gezogen und Katja kommt zu dem glorreichen Schluss, dass Lettland das Holland von Litauen ist: Man ist schnell da, bist schnell an der See und alle Menschen machen sich am Wochenende nach Lettland auf. Leider ist es so unendlich kalt, dass Katja und ich uns schon frueher wieder auf nach Riga machen und uns mit ein paar Lats (lettischen Waehrung) noch in ein Cafe setzen, um dann abends den Bus zurueck nach Vilnius zu fahren.
Es war wirklich ein schoenes Wochenende und es ist schon Wahnsinn, einfach mal fuer nen Appel und ein Ei nach Lettland rueberfahren zu koennen...
Naja, angekommen in Riga ging es erstmal zu unserer Couchsurfing-Gelegenheit I
Den Samstag verbringen wir dann in Riga-City. Jeder, der mal eine schoene nordosteuropaeische Stadt sehen moechte, sollte dahin. Auf der e
Abends kochen wir dann im Gegenzug fuer Ieva und machen uns spaeter auf in die Stadt. Es bleibt eher ruhig, was das Nachtleben angeht, weil Katja und mir das Depo, eine huebsche, alternative Kneipe am besten gefaellt...
Am Sonntagmorgen verabschieden wir uns von Ieva und machen uns auf nach Jurmala. Das ist der Touri-Ort, der sich nur 30 Minuten entfernt von Riga befindet und
Es war wirklich ein schoenes Wochenende und es ist schon Wahnsinn, einfach mal fuer nen Appel und ein Ei nach Lettland rueberfahren zu koennen...
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Der Herbst verwandelt sich hier langsam in winterliches Novemberwetter. Allerdings muss ich sagen, dass ich schon resistenter gegen die Kaelte geworden bin und mir auch schon Kondition in Sachen Treppensteigen angeeignet habe. Nach fuenf Stockwerken Treppenlauf bin ich naemlich neuerdings nicht mehr voellig am Ende:-)
Das letzte Wochenende war definitiv super. Am Freitag gings auf die MTV-BDay-Party.
Es war eine Art Konzert mit vielen litauischen Bands, die alle aufgetreten sind, weil MTV Lithuania wohl Geburtstag hatte. Es waren zwar auch ein paar osteuropaeische Bands aus dem Stereotypen-Bilderbuch dabei (ich sag nur - solche Menschen gehen zum Eurovision Songcontest), aber eben auch seeehr viele gute Bands. Zeitweise hatte das Ganze Festivalatmo, was mich natuerlich sehr gefreut hat. Kleine Kuriositaet: Die letzte Band ist fertig und 2000 Mensch
en sind WUUUUUSCH aus der Konzerthalle verschwunden. Nur Katja, die Elektrenaier und ich bleiben uebrig. Ich weiss wirklich nicht, wie so viele Menschen so schnell eine Halle verlassen koennen...Wir sind zwar muede, wollen dann aber doch noch weiter und stolpern quasi aus Versehen in einen sehr guten Club. Im
Erdgeschoss sieht das Ganze aus wie die Kavete in Muenster, im Keller
ist dann noch eine Tanzflaeche, die zwar winzig ist, dafuer aber musikalisch ganz nach meinem Geschmack beschallt wird...
Am Samstag bummeln Tomas, Monika, Katja und ich dann noch durch Vilnius und die zwei Litauer schleppen uns zum Berg der drei Kreuze hoch, von wo aus man einen super Ueberblick ueber die Stadt hat...Und im Kuenstlerviertel treffen wir noch auf Beruehmheiten. Naemlich die MTV-Moderatoren vom Abend zuvor. Ich waere ja nicht ich, wuerde ich da nicht eiskalt hinterherrennen und mir ein Foto mit den Zw
ei holen...
Die Woche beginnt mal wieder mit viel Essen in meinem Projekt. Mein Chefin kocht naemlich, weil sie Geburtstag hatte. Also, ich habe es ja wirklich noch nie erlebt, dass mir echt alles schmeckt....Hier in Litauen ist das aber so... Auch meine ersten litauischen Cepelinai (Spezialitaet hier) sind relativ akzeptabel. Tomas und Monika hatten den Teig am Dienstag vorbereitet und sind dann abends vorbei gekommen, um Katja und mich in die Cepelinai-Kunst einzuweihen...
Die Woche ueber arbeite ich jeden Tag ziemlich lang, weil ich am Freitag frueher gehen werde. Warum, dazu spaeter. Problem der Woche - die Kids haben Ferien und deshalb keine Hausaufgaben, was natuerlich noch mehr Kreativitaet in Sachen Beschaeftigung fordert.
Am Dienstag unterstuetzt mich Katja zwar (sie muss an diesem Tag nicht arbeiten und kommt spontan nach Elektrenai), aber ich bin noch immer der Meinung, dass man mehr hier fuer die Kids anbieten sollte, was ich dann auch Gintare am Mittwoch sage. Ich schildere ihr meine Situation und sage ihr auch ganz ehrlich, dass ich finde, dass nicht alles richtig laeuft. Endlich erklaert sie mir dann mal, dass die Sozialarbeiter hier noch viel mehr machen muessen, als sich am Nachmittag um die Kinder zu kuemmern. Kann ich natuerlich nicht wissen, ich bin ja schliesslich am Morgen nie da, wenn die Sozialarbeiter Hausbesuche und Co. machen. Okay, mir geht ein Lichtchen auf, ich fordere aber trotzdem, dass wir vielleicht mal mehr zusammen machen koennen mit den Kindern, weil ich es wirklich schrecklich finde, manchmal mit den Kids zusammen zu sein und einfach nicht zu wissen, was man anstellen soll...
Bisher funktioniert mein Nachfragen ganz gut. Am Freitag gibts eine Halloweenparty, fuer die wir seit gestern alles vorbereiten. Da habe ich mich dann z.B. mit einem Kind zusammengesetzt und aus einem Kuerbis eine Laterne gemacht. Kuerbis aushuellen und so weiter. Dann war gestern noch Keramikmachen und ich sah wirklich aus wie ne Pottsau. Aaaber - die Kids waren beschaeftigt und haben gestern mit mir sogar noch ne Extra-Runde Obadetti und Obadetti reloaded gespielt. Achja, High Five, Low Five, Touch the floor habe ich auch bei einigen Kids etabliert und Plumpssack und das Waschmaschinen-Spiel (zaidimas skalbimo masina ist die Uebersetzung) duerfen natuerlich auch nicht fehlen...
Ach, weshalb ich dann morgen nicht so lang arbeite: Katja und ich fahren nach Riiiiiiga....
Das letzte Wochenende war definitiv super. Am Freitag gings auf die MTV-BDay-Party.
Am Samstag bummeln Tomas, Monika, Katja und ich dann noch durch Vilnius und die zwei Litauer schleppen uns zum Berg der drei Kreuze hoch, von wo aus man einen super Ueberblick ueber die Stadt hat...Und im Kuenstlerviertel treffen wir noch auf Beruehmheiten. Naemlich die MTV-Moderatoren vom Abend zuvor. Ich waere ja nicht ich, wuerde ich da nicht eiskalt hinterherrennen und mir ein Foto mit den Zw
Die Woche beginnt mal wieder mit viel Essen in meinem Projekt. Mein Chefin kocht naemlich, weil sie Geburtstag hatte. Also, ich habe es ja wirklich noch nie erlebt, dass mir echt alles schmeckt....Hier in Litauen ist das aber so... Auch meine ersten litauischen Cepelinai (Spezialitaet hier) sind relativ akzeptabel. Tomas und Monika hatten den Teig am Dienstag vorbereitet und sind dann abends vorbei gekommen, um Katja und mich in die Cepelinai-Kunst einzuweihen...
Die Woche ueber arbeite ich jeden Tag ziemlich lang, weil ich am Freitag frueher gehen werde. Warum, dazu spaeter. Problem der Woche - die Kids haben Ferien und deshalb keine Hausaufgaben, was natuerlich noch mehr Kreativitaet in Sachen Beschaeftigung fordert.
Am Dienstag unterstuetzt mich Katja zwar (sie muss an diesem Tag nicht arbeiten und kommt spontan nach Elektrenai), aber ich bin noch immer der Meinung, dass man mehr hier fuer die Kids anbieten sollte, was ich dann auch Gintare am Mittwoch sage. Ich schildere ihr meine Situation und sage ihr auch ganz ehrlich, dass ich finde, dass nicht alles richtig laeuft. Endlich erklaert sie mir dann mal, dass die Sozialarbeiter hier noch viel mehr machen muessen, als sich am Nachmittag um die Kinder zu kuemmern. Kann ich natuerlich nicht wissen, ich bin ja schliesslich am Morgen nie da, wenn die Sozialarbeiter Hausbesuche und Co. machen. Okay, mir geht ein Lichtchen auf, ich fordere aber trotzdem, dass wir vielleicht mal mehr zusammen machen koennen mit den Kindern, weil ich es wirklich schrecklich finde, manchmal mit den Kids zusammen zu sein und einfach nicht zu wissen, was man anstellen soll...
Bisher funktioniert mein Nachfragen ganz gut. Am Freitag gibts eine Halloweenparty, fuer die wir seit gestern alles vorbereiten. Da habe ich mich dann z.B. mit einem Kind zusammengesetzt und aus einem Kuerbis eine Laterne gemacht. Kuerbis aushuellen und so weiter. Dann war gestern noch Keramikmachen und ich sah wirklich aus wie ne Pottsau. Aaaber - die Kids waren beschaeftigt und haben gestern mit mir sogar noch ne Extra-Runde Obadetti und Obadetti reloaded gespielt. Achja, High Five, Low Five, Touch the floor habe ich auch bei einigen Kids etabliert und Plumpssack und das Waschmaschinen-Spiel (zaidimas skalbimo masina ist die Uebersetzung) duerfen natuerlich auch nicht fehlen...
Ach, weshalb ich dann morgen nicht so lang arbeite: Katja und ich fahren nach Riiiiiiga....
Freitag, 23. Oktober 2009
So. Hier fliegt die Zeit ein bisschen. Das faellt mir mal wieder auf in Anbetracht dessen, was so in den letzten 10 Tagen passiert ist.
Als erstes bin ich letzten Samstag dem Ruf einer relativ routinierten Gastgeberin nachgekommen und
habe einige Volunteers zu einer Party in meiner Sowjetflat in Elektrinai, das ich seit letztem Wochenende offiziell in Electro-City umbenannt habe, eingeladen. Okay, sag
en wir mal, es ist relativ beaengstigend, wenn dich ein spanischer Volunteer namens Raymon drei Stunden vor Partybeginn anruft. Bis zu diesem Moment kannte ich den Raymon naemlich noch nicht. Er liess mich aber wissen, dass er und noch so 10 andere
EVS-Volunteers schon in Elekro-City sind und in einer Bar auf uns, die wir alle noch in Vilnius waren und auch so mit 15 Freiwilligen in meine Wohnung wollten, warten. Lala, ich hab mir dann Horrorszenarien von einer absoluten All-you-can-destroy-Party in meiner mittlerweile liebgewonnen Sowjetflat ausgemalt. Wurde dann allerdings eines besseren belehrt. Um neun befinden sich also ungefaehr 25
Leute aus allen Herren Laender (mit dabei auch Exoten wie jemand aus dem Aserbaidschan und Ramzi aus dem Gaza-Streifen) in meiner Wohnung. Aus meinem leeren Wohnzimmer machen sie einen Picknick-Place, in der Kueche unterhaelt man sich ueber die jeweiligen EVS-Projekte und alle haben was zum Essen und Trinken mitgebracht. Irgendwann machen wir einen grossen Massage-Kreis und verwandeln meinen Flur in eine Tanzflaeche. Bis um vier spielen wir Salsa-Irgendwas und andere europaeische Musik. Dann sind alle muede, legen sich einfach dahin, wo sie bis gerade noch getanzt haben und machen sich groesstenteils morgens um zehn schon wieder aus dem Staub. Okay, abgesehen von Ramzi aus dem Gazastreifen und noch ein paar anderen aus Vilnius. Ramzi ist so freundlich und legt als "Wakeup"-Musik, wie er betont, seine Nationalsongs auf. Leider in der Dauerschleife. Als ich ihn bitte, mal 'ne andere Platte aufzulegen, ist er so guetig und spielt abwechselnd "Dancingqueen" und "Thank you for the music" von ABBA. Ich gebe auf und verabschiede mich von allen Partygaesten um kurz vor zwoelf. Zu betonen ist vielleicht, dass sich kein einziger Nachbar in meinem Plattenbau (und ich lebe im fuenften Stock und das Ganze hat knapp 60 Wohnungen) beschwert hat und dass das Aufraeumen der Party nur laecherliche 60 Minuten gedauert hat. Wiederholungswuerdig also, wenn auch nicht jedes Wochenende...
Die Arbeitswoche bestand fuer mich dann nur aus Montag wegen des On-Arrival-Trainings. Dafuer aber am Montag erstmal mit einem kleinen Test im Litauisch-Kurs. Angekuendigt natuerlich und ich hatte am Sonntag echt noch gelernt. Mit Erfolg, fuer das Testergebnis gab es erstmal ein Lob von meiner Sprachlehrerin Gintare. Baem. Das befluegelte mich bei der Arbeit am Montag dann auch dazu, das Ganze nur auf Litauisch zu versuchen. Klappte sogar manchmal.
Am Dienstag ging es dann nach Jovariske, ein Dorf in der Naehe von Trakai. Uebrigens Litauen aus dem Bilderbuch, ich habe lange schon nicht mehr etwas so Idyllisches gesehen. Das Seminarhaus war dann nochmal die Kroenung. Holzarchitekur mit grossen Fenstern und Ofen. Wahnsinn. Das On Arrival-Seminar war dann qualitativ wirklich gut. Die Trainer haben uns mit meiner Meinung nach sehr guten Methoden und Spielen Vieles zum Volunteer-Dasein im Generellen, zu litauischen Kultur und zu unserer Situation als Volunteer zu Beginn des Dienstes beigebracht und ich fand das Ganze sehr produktiv. Zusaetzlich hat mir das Seminar auch noch mal andere Sichtweise auf mein Projekt und meine Arbeit gezeigt und ich will moeglichst viel davon beim Arbeiten nutzen. Das Abendprogramm war immer ganz nett. Am ersten Abend haben wir einen netten Waldspaziergang im STOCKdunklen litauischen Urwald gemacht. Ich habe NICHTS gesehen. Und dann haben musste eine Gruppe auch noch die andere suchen unter den Anleitungen des Seminarhausbesitzers. Hocke ich also eine halbe Stunde lang im Nichts mit einem Tuerken, einem Mazedoner, einer Oesterreicherin und einem Portugiesen und werde - nauterlich - nicht gefunden. Zu regnen faengts dann auch noch an. Ich bin ja wirklich ein Naturfreund, aber das war mir dann ein bisschen zu viel. Uno-Abende mit Volkstaenzen aus den verschiedenen Laendern der Seminarteilnehmer und ein Saunaabend haben das Ganze dann ziemlich perfekt gemacht und dazu habe ich noch viele neue Kontakte knuepfen koennen bzw. meine Partygaeste vom vorherigen Samstag wiedertreffen koennen :-)
Als erstes bin ich letzten Samstag dem Ruf einer relativ routinierten Gastgeberin nachgekommen und
Die Arbeitswoche bestand fuer mich dann nur aus Montag wegen des On-Arrival-Trainings. Dafuer aber am Montag erstmal mit einem kleinen Test im Litauisch-Kurs. Angekuendigt natuerlich und ich hatte am Sonntag echt noch gelernt. Mit Erfolg, fuer das Testergebnis gab es erstmal ein Lob von meiner Sprachlehrerin Gintare. Baem. Das befluegelte mich bei der Arbeit am Montag dann auch dazu, das Ganze nur auf Litauisch zu versuchen. Klappte sogar manchmal.
Am Dienstag ging es dann nach Jovariske, ein Dorf in der Naehe von Trakai. Uebrigens Litauen aus dem Bilderbuch, ich habe lange schon nicht mehr etwas so Idyllisches gesehen. Das Seminarhaus war dann nochmal die Kroenung. Holzarchitekur mit grossen Fenstern und Ofen. Wahnsinn. Das On Arrival-Seminar war dann qualitativ wirklich gut. Die Trainer haben uns mit meiner Meinung nach sehr guten Methoden und Spielen Vieles zum Volunteer-Dasein im Generellen, zu litauischen Kultur und zu unserer Situation als Volunteer zu Beginn des Dienstes beigebracht und ich fand das Ganze sehr produktiv. Zusaetzlich hat mir das Seminar auch noch mal andere Sichtweise auf mein Projekt und meine Arbeit gezeigt und ich will moeglichst viel davon beim Arbeiten nutzen. Das Abendprogramm war immer ganz nett. Am ersten Abend haben wir einen netten Waldspaziergang im STOCKdunklen litauischen Urwald gemacht. Ich habe NICHTS gesehen. Und dann haben musste eine Gruppe auch noch die andere suchen unter den Anleitungen des Seminarhausbesitzers. Hocke ich also eine halbe Stunde lang im Nichts mit einem Tuerken, einem Mazedoner, einer Oesterreicherin und einem Portugiesen und werde - nauterlich - nicht gefunden. Zu regnen faengts dann auch noch an. Ich bin ja wirklich ein Naturfreund, aber das war mir dann ein bisschen zu viel. Uno-Abende mit Volkstaenzen aus den verschiedenen Laendern der Seminarteilnehmer und ein Saunaabend haben das Ganze dann ziemlich perfekt gemacht und dazu habe ich noch viele neue Kontakte knuepfen koennen bzw. meine Partygaeste vom vorherigen Samstag wiedertreffen koennen :-)
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Neue Woche, neue Herausforderungen koennte man bisher sagen. Denn - mein Sprachkurs hat begonnen. Hatte und habe ich noch immer Bock drauf, weil das endlich mal wieder was fuer's Koepfchen ist. Und ich kann euch sagen - schwer. Litauisch ist quasi von der Grammatik her wie Latein, manchmal erkenne ich auch Parallelen zum Franzoesischen. Hm. Latein, kleiner Unterschied - Man sucht nicht nach Akkusativ und Co., sondern muss beim Sprechen und Schreiben das Ganze immer selber bilden. Okay, nicht einfach, aber wie gesagt, ich find's gut, was Anspruchsvolles fuers Gross- und Kleinhirn zu machen und kann zum ersten Mal sagen, dass ich wirklich froh bin, Latein in der Schule gehabt zu haben, sonst wuerde ich hier nichts raffen. (Achja, Stichwort Lateinunterricht, schoenen Gruss an Leonie:-)) Neben dem Sprachunterricht bleibt dann natuerlich noch immer die Arbeit im Zentrum, bei dir ich mehr und mehr verstehe, wann, wo, was geschieht. Montags oder dienstags kommt z.B. immer eine sehr passionierte und talentierte Frau, die mit den Kids Keramik macht. Da habe ich mich Montag einfach dazu gesetzt und kraeftig mit gepinselt. Sehr cool. Am Dienstag habe ich dann meine Herbstbastelaktion, zweiter Teil, verwirklicht und mit den Kids Kastastanienmaennchen gebastelt. Es sollten Kastan
ienmenschen werden, in Wirklichkeit habe ich allerdings die Faehigkeiten der Kids unterschaetzt. Die haben naemlich mal eben ganze Haeuser aus Kastanien und Holzstaeben gefertigt. Es war schoen zu sehen, dass so viele Kids mein Angebot wahrgenommen haben. Allerdings zeigt sich immer mehr fuer mich-die Kinder widmen sich fuer einige Zeit einer Aufgabe, im Idealfall mal fuer eine Stunde, dann sind sie fertig oder auch nicht und machen irgendetwas anderes. Die Konzentrationsspanne bei vielen Kindern ist einfach nur winzig und wenn sie erstmal wieder ohne konkrete Beschaeftigung sind, sind sie schwer zu
motivieren oder auch wahlweise gar nicht. Und das endet dann meistens damit, dass sie wieder irgendeinen Quatsch machen... Ich habe aber mittlerweile, weil ich gestern zum Beispiel mit Gintare, meiner Arbeitskollegin und Sprachlehrerin ueber dieses Problem gesprochen habe, erkannt, dass ich dieses Problem nicht unbedingt loesen kann. Gintare meinte, dass es einfach gut waere, wenn ich mit kreativen Ideen kommen wuerde, wie man den Kids wieder was Neues und Spannendes anbieten koennte. Okay, mach' ich also. Das zur Arbe
it im Moment. Die Wochenenden und Abende sind immer sehr lustig. Am Wochenende habe ich z.B. Katja in Elektrenai zu Besuch gehabt und sie hat es wirklich mal wieder genossen, in der Natur zu sein und nicht in Vilnius-City. Am Dienstag habe ich fuer Tomas, Kibras und Monika aus Elektrenai gekocht und sie haben mir Karten fuer die MTV B-Day-Party mitgebracht, zu der wir am 23. Okt. gehen und dort ganz viele litauische (gute) Bands sehen werden. Heute abend gehe erst zu einer
Kinovorstellung, die hier im Gymnasium ist und spaeter kommen ein paar Leute aus Elektrenai und Katja aus Vilnius und wir backen zusammen Pizza in meiner Wohnung, die mittlerweile zu einem kleinen Designerloft geworden ist...
Hatte ich uebrigens erwaehnt, dass es gestern hier geschneit hat. Ja, Schnee. Ja, Oktober. Hm. Dafuer ist
heute ein sehr schoener Herbsttag mit strahlend blauem Himmel...
Hatte ich uebrigens erwaehnt, dass es gestern hier geschneit hat. Ja, Schnee. Ja, Oktober. Hm. Dafuer ist
Samstag, 10. Oktober 2009
So, die erste Arbeitswoche ist um, Zeit fuer eine kurze Zusammenfassung.
Meine Arbeit beginnt so um etwa um eins am Mittag an. Ab da trudeln die Kids ein. Bis um etwa drei muessen dann erst mal die Hausaufgaben gemacht werden. Kleinen Kids das Einmaleins beibringen (Ja, Julia macht jetzt hier freiwillig Mathe!!) und Englisch-Hausaufgaben sind meine Spezialgebiete. Was mir schon nach den paar Tagen hier auffaellt, ist, dass viele von den Kindern grosse Luecken was sie die Bildung angeht, haben... Ich ueberlege, sowas wie eine regelmaessige Nachhilfestunde anzubieten... Um drei essen die Kids und dann ist eine halbe Stunde Teepause fuer die Sozialarbeiterinnen und mich... Achja, ohne "arbata", also Tee geht hier gar nichts ins Litauen. Nach dem Essen bleiben die Kinder dann noch bis sechs, halb sieben oder viertel vor sieben im Zentrum, solange, bis sie abgeholt werden. Ja, dann koennen die Kinder hier malen, Lego spielen, puzzeln und so weiter. Die Betonung liegt dabei auf "koennen". Leider, so finde ich, gibt es kaum Anleitung von den Sozialarbeiterinnen. Und wenn Kids kein konkretes Angebot haben, da kann ich aus Ferienspass-Zeiten ein Lied von singen, dann fangen sie schnell mal an, einfach rumzuschreien, rumzutoben und lauter lustige Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht tun sollten.
Eigentlich war mein Plan, mir die Zentrumsarbeit in den naechsten Wochen bis zu meinem On-arrival-training (das ist quasi das Willkommensseminar fuer Europaeische Freiwillige, die gerade nach Litauen gekommen sind und findet in meinem Fall vom 20. bis 23. Oktober statt) einfach anzugucken um reinzukommen. Naja, am Donnerstag hat mich dann aber doch kreativer Ehrgeiz gepackt und ich hab' einfach gefragt, ob ich nicht mit ein paar Kindern rausgehen, Kastanien und Laub sammeln kann, um das spaeter zu trocknen und damit zu basteln. Ja, ist schon cool, wenn man dann am Freitag nach nur vier Tagen im Projekt seine erste eigene Laub-Mal-Aktion mit den Kids machen kann. Naja, ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass die Arbeit im Moment sehr ungewohnt, anstrengend und anders ist, als ich das aus meiner bisherigen Erfahrung mit Kindern kenne. Groesstes Problem ist einfach der Fakt, dass ich quasi kein Litauisch spreche.
Aaaaber, das wird sich ab Montag aendern. Da heisst's zum ersten Mal fuer mich: "Prasom kalbete lietuvski". Sprich' Litauisch alias Montag zum ersten Mal Sprachkurs.
Grossartige Neuigkeiten in meinem Sociallife. Mittlerweile kenne ich hi
er echt schon ein paar Menschen, die ich auch fleissig in meine Wohnung einlade, abends mit ihnen koche, esse und quatsche. Gestern waren zum Beispiel vier Elektrenaier da und wir haben aus meiner Kueche, die langsam an aesthetischer Qualitaet gewinnt, eine gemuetliche Runde mit litauischen Pistazien (die ich natuerlich erstmal mit Schale gegessen habe), Schoki, Chips und Bier gemacht. Sehr schoen. Und mit einigen von ihnen werde ich in zwei Wochen nach Vilnius auf eine MTV-Party gehen, wo Litauens beste Bands spielen. Supi, gute Musik gibts also noch gleich dazu...
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